Galerie am Brüsseler Platz
Klaus Findl Vita

Klaus Findl

 

Klaus Findls zeichnerische und malerische Darstellungen des Menschen werden zu
grotesken, fast fratzenhaften Spiegelungen des vorgeblich Vertrauten.
Der Blick des Betrachters wird in merkwürdig amorphe Gesichter hineingezogen und
gleichzeitig zurückgestoßen. Die Gesichter fangen den Blick auf, halten ihn fest,
und wenden ihn gegen den Betrachter zurück.

 

 

geboren 1968 in Frankfurt/Main.

Lebt in Köln, Atelier in Köln

 

1989 – 93 Studium der Theater-Regie an der Universität Hamburg und der

Hochschule für Musik und darstellende Kunst bei Jürgen Flimm und Manfred

Brauneck. Danach Hospitant und Assistent (u.a. bei Wilfried Minks, Leander

Haußmann und Dimiter Gotscheff). In den Folgejahren freier Regisseur an

verschiedenen deutschen Theatern, außerdem Schauspieler und TV-Autor.

Seit 2000 Arbeit als bildender Künstler (Zeichnung, Malerei, Installation.

Performance). Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen.

Einzelausstellungen, Auswahl:

2003 „Mutter, wo kommt das Blut her?“ – Zeichnungen, Galerie Kronosom, Köln

2005 „Die Enttäuschung“ – Zeichnungen, Ausstellungsraum Projekt Herzgehirn, Köln

„Die Anmaßung“ – Zeichnungen und Bilder, Ausstellungsraum Projekt Herzgehirn, Köln

2006 „Vor Entsetzen und vor Freude“ -Bilder und Installationen, Kunstraum Aachener Strasse, Köln

2007 „Shceisse und Godl“ – Filzstiftzeichnungen, Ausstellungsraum Lichtwerk, Köln

2009 „Blickdicht – Union Wahnfried“ – Ölbilder und Zeichnungen, Ausstellungsraum Jürgen Bahr, Köln

2009 Galerie Carla Stützer, Köln

2012 Neue Arbeiten – Bilder und Installationen, Ausstellungsraum Projekt Herzgehirn, Köln

Gründungsmitglied von „textura“ (FreudLacan-Gruppe Köln)

Mitglied der KAPJL (Kölner Akademie für Psychoanalyse Jacques Lacan).

In diesem Rahmen regelmäßige Vorträge (zuletzt an der Universität Köln) und

Leitung von Diskussionsveranstaltungen über Film, Kunst und Ästhetik.

Lehrer und Berater/Coach für Bühnenkünstler.

Susanne Müller

In der Foto-Installation Fragments de Mémoire (Erinnerungsfragmente) begegnen wir den Spuren der deutschen Besatzungszeit in Paris, die Susanne Müller anhand von Fotos von städtischen Erinnerungstafeln und Portraits der Opfer und Täter der Nazi-Verbrechen fragmentarisch nachzeichnet. Das Unheimliche der Vergangenheit keimt hier im Spiegel der heutigen Erinnerungssymbole und insbesondere in den Namen der Toten auf, welche die Grenzen zwischen Deutschen und Franzosen, Besetzern, Widerstandskämpfern und Deportierten ebenso zerfließen lassen wie die zeitlosen fremd-vertrauten Portraits.

 

geb. 1979, lebt in Paris und Köln, Studium der Psychologie (Schwerpunkt

Kunstpsychologie und Alltagsästhetik) (Köln), Kunstgeschichte (Bonn) und

Bildenden Kunst (Paris). Aktuelle Dissertation im Fach Bildende Kunst über das

Unheimliche in der zeitgenössischen Kunst (Paris). Tätigkeit als Psychologin

und Übersetzerin

 

Ausstellungen (Schwerpunkt Fotografie und Installation) in Frankreich und Deutschland

Auswahl:

2012-2013: Cadavre Exquis : Journées Ordinaires – privé/public und Journées Ordinaires – Work

in Progress, Ausstellungsprojekt mit dem deutsch-französischen Kollektiv ParisBerlin

fotogroup, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Paris und arte

– Rencontres d’Arles (festival Voies off), l’Atelier, Arles

– Galerie Vincent Sala, Paris

– Goethe-Institut Toulouse, Toulouse

2012: La Vague. Séminaire-installation-performance

– Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne

2009: Êtr’Ange im Rahmen der Ausstellung Passages

– Galerie Michel Journiac, Paris

2006: Passages de l’intime au commun (Einzelausstellung) in Zusammenarbeit mit dem

Goethe-Institut Paris, im Rahmen des europäischen Kulturfestivals 123cultures

– Centre Wallonie-Bruxelles, Paris

– Centre culturel italien, Paris

Zeitschriftenbeiträge und Vorträge im Bereich Kunst, Kunstwissenschaft und

Psychoanalyse

Auswahl:

2012: Herausgeberin von Begegnungen mit dem Unheimlichen, Nr. 2/2012 von Y, Revue für

Psychoanalyse (Hrsg. Michael Meyer zum Wischen), Parodos Verlag, Berlin

Hierin: „Der eigene Name im Spiegel des a(A)nderen. Occupation und Erinnerung“

„L’intime dans le miroir de l’Autre. Une rencontre unheimlich à travers le nom“, Vortrag

Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne und Online-Publikation

„L’Unheimlich à l’oeuvre. Passages de l’intime au public et du familier à l’étrange dans l’art

contemporain“. In: L’intime, le privé, le public dans l’art contemporain (Hrsg. Éliane Chiron,

Anaïs Lelièvre), Nr. 8 von X, L’oeuvre en procès (Hrsg. Éliane Chiron), Publications de la

Sorbonne, Paris, 2012

Karin Schlechter

 

Karin Schlechters Arbeiten basieren oft auf Performances, die zu Videos weiter bearbeitet werden.
Sie verwendet darin ihren Körper und ihr Gesicht als Material und entzieht ihnen die als persönlich erkennbaren Merkmale, an denen wir normalerweise Identität festmachen.
Es ereignet sich ein beunruhigender Eintritt des Unheimlichen in unsere gewohnte Realitäts- und Selbstwahrnehmung, und es zeigen sich ihre doppelbödigen und maskenhaften  Aspekte.

geb. 1963, Studium in Köln / Atelier in Köln

Zahlreiche Einzelausstellungen und Kunstprojekte im In- und Ausland.

Raum- und Videoinstallationen, Performances

Auswahl:

2012 Kreuzung an Sankt Helena Bonn (Katalog)

Stadtmuseum Beckum (Katalog)

2011 Kunstverein Bad Godesberg

2010 Altes Pfandhaus Köln

2009 Kunst im Turm: Turm der Lutherkirche Köln

2008 Ateliers im Kupferhof, Stolberg i. Rhl.

2007 Siegerlandmuseum Siegen, Oberes Schloss Siegen

2005 Kunstverein Freiburg / Projekt Rosa9

Galerie Rachel Haferkamp Köln

2004 Schlosskirche Bonn

2003 Mai°s Projekt Berlin, Alexanderplatz

2001 KunstWerk Köln

1999 Museum für Neue Kunst Reykjavik, Island

1998 Käthe Kollwitz Museum Köln

Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit KünstlerInnen anderer Sparten.

Textveröffentlichungen. Theaterarbeit, Publikationen und Katalogbeiträge

2008 Gründungsmitglied von textura, Arbeitsfeld Kunst und Psychoanalyse, Köln

2005 Gründung der Schule des Begehrens in Köln

2000 Theaterfestival Theaterzwang / Bühnenbild für das tatraum theater Düsseldorf

1995 Gründung Künstlerinnen-Netzwerk Köln

1992 Gründung Kunstverein Projekt Herzgehirn e.V. Köln

 Marcela Böhm

 

 

Mit den Mitteln der Malerei irritieren Marcela Böhms Arbeiten die scheinbare „Heimeligkeit“ bürgerlicher Selbstbilder. Marcela Böhm beschäftigt sich mit den oft und gerne ausgeblendeten Widersprüchen in Menschen und ihren Auswirkungen in der Welt. Gut und böse, richtig und falsch – die Wahrnehmung ist um eine klare Abgrenzung bemüht, aber die andere Seite ist immer gleichzeitig da. Sie schwingt unterschwellig mit, was sich in einem vagen Gefühl des Unwohlseins manifestiert.

 

 

Geboren 1972 in Buenos Aires, seit 1993 in Köln

1994-98 Alanus Hochschule Alfter, Diplom in Malerei im September 1998
2002 Akademie Pentiment, HH, Illustration / Comic bei Matthias Schultheiss
2002/03 Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Hooksiel, Gemeinde Wangerland
2010 Publikation „Was man kann“, Kunstbuch, Verlag NEUE SACHLICHKEIT
Isbn Nr. 978-3-942139-02-1

Ausstellungen (Auswahl) / Exposiciones (selección) / Exhibitions (excerpt)

2000 Individuen“; Schulz, Köln
2002 Sonntag Morgen“; Kunsthalle, Hangelar
Generalkonsulat der Republik Argentinien, Frankfurt
Eröffnungsausstellung; Künstlerhaus Hooksiel
2003 Abschlussausstellung; Künstlerhaus Hooksiel
2004 Das süsse Leben“; Galerie Russak, Frankfurt a. M.
Süsses Leben“; Galerie „Zavaletalab“, Buenos Aires
2005 GALERIE SCHAFFRATH, Viersen
solange sie“; Kunstverein Kirchzarten e. V, Kirchzarten
2006 Galerie OBRAS de Arte, Krefeld
Galerie Cut-LaifArt, Leipzig
GAM, Galerie Obrist am Museum, Essen
2007 Eine feine Gesellschaft“, OBRIST&GINGOLD Galerie
2009 „mi calle, mi casa“, Zavaletalab, Buenos Aires
2010 „was man kann“, GAM, Obrist Gingold Galerie, Essen
„Private Life“, Privatwohnung, Köln
2011 „was man kann“, Städtisches Museum Wesel – Galerie im Centrum
COR GALERIE ZÜRICH, Zürich
2012
KEINE ANGST Galerie Jörg Heitsch, München
„Vergangenheitsbewältigung“, Hafenkult, Duisburg
OPEN WATER, Galerie Obrist Am Museum
2013 AKTUELL: Swimmingpool Paintings, Klonaris Fine Art, 11 April bis 31 Mai, Avenida Jaume III, 13 – 1° – 2a, 07012 Palma de Mallorca
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) und Messen/ Participaciones (selección) y ferias/ Participations (excerpt) and fairs
1998 Acht Köpfe stellen aus“: technische Fachhochschule Rhein –Sieg, Sankt Augustin Kunstflut“; Rhenania, Köln
Apollinaris & Art“; Apollinarishallen, Bad Neuenahr
1999 Kunstbombe“; Flottmannhallen, Herne
1. Artvent“; Kunst Werk KHB e. V., Bonn
2000 Kunstforum, Köln
F 90“; Kunst Werk KHB e. V., Bonn
2001 fünfspurig“, Monatsgalerie, Berlin
Absatz III“; Kunst Werk KHB e. V, Bonn
2002 Kunstbombe“, Herne
Irdisch – Überirdisch“, Künstlerforum Bonn
2003 McCann-Erickson, Frankfurt a.M.
Kwartier“; Kunst Werk KHB e. V, Bonn
Palacio de las Artes, Buenos Aires
2004 N° 5“; Kunst Werk KHB e. V, Bonn
2005 entre-temps“, Redoute, Bad Godesberg
Kleine Formate“, Galerie „Obras de arte“, Krefeld
Wundertüten“, Galerie Obrist, Essen
Alvear Fashion & Arts“, Buenos Aires (Galerie Zavaletalab)
2006 Fast ausgezogen“, Galerie Obrist, Essen
KHB in Köln“, Ausstellungsraum in der Alten Feuerwache, Köln
Art Karlsruhe (GAM)
Art Moscow (GAM)
Toronto International Art Fair (GAM)
Siste viator!“, Galerie OBRAS, Krefeld
Wundertüten (GAM)
2007 Art Moscow (GAM)
Toronto International Art Fair (GAM)
„Münster goes Berlin“, Kunsttachometer, Berlin
„Best Friends Nr. 2“, Dogs Fine Art Gallery, Düsseldorf
„Sonderbar, daß man sterben kann, wenn man liebt“, Kunsttachometer, Palma de Mallorca
2008 Art Moscow (GAM)
Kunstpreis Europäisches Frauenforum 2009, Galerie Dorothea Schrade, Diepoldshofen
2009 DAS FEST, Obrist Gingold Galerie, Essen
Kunst Zürich
2010 Art Karlsruhe
„Round one: great experiment“ Driesch:Klonaris, Palma de Mallorca
Selection Art Basel
Art Moscow
CAR Contemporary Art Ruhr, Essen
Kunst Zürich
2011 Cor Galerie, Zürich
Selection Art Basel
Eröffnung Quartier Am Hafen, Köln
2012
Art Karlsruhe
MALEREI PUR, aaber artspace, München
Kunst Zürich
2013 Art Karlsruhe (GAM, One Artist Show)
AKTUELL:
„Wellen“, QQ-Art Galerie, Forststr.73, 40721 Hilden, 12 – 28. 04, So 15-18 Uhr , Mi von 18 – 21 Uhr und nach Vereinbarung
„Mahlzeit“, Galerie.1, Hauptstr. 362, 53639 Königswinter, 19. April bis zum 17. Juni Do-Sa 14-18 und So 12-18 Uhr

Jährlich Atelierausstellungen im Rahmen der vom BBK organisierten Offenen Ateliers.

exhibitions and projects (selection)
(s = solo exhibition)

2013 – „conversion“, Galerie am Brüsseler Platz, Cologne, Germany (s) ( around ART COLOGNE )

2012 – paragon gallery, Miami/USA
– arthouse, Lagos, Nigeria (also 2008 – 2011)

2011 – “crosscurrents”, Lagos, Nigeria

2010 – “Nigeria at 50”, Nigerian Embassy and Deutsche Bank, Berlin
– “theme Africa”, Phillips de Pury, New York/USA
– “face to face”, Bonn International Center for Conversion (BICC), Bonn, Germany (s)

2009/-11 – “whip not child”, art project against violence on kids (initiator) in co-operation with Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit (GTZ) and Goethe Institute, Nigeria/Germany

2009 – OPERA Gallery, Paris, France

2008 – “reflection”, Signature Gallery, Lagos, Nigeria (s)
– “Begegnung”, WALZWERK Projekt IV, Pulheim, Germany
– “subculinaria”, Cologne, Germany
– Millenia Fine Art, Orlando, Florida/USA

2007 – Goethe-Institute, Duesseldorf, Germany
– Neues Rathaus Hannover, Germany
– “zwei Schritte voraus” (two steps ahead), Berlin
– Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn, Germany (also 2001)

2006 – World Market Center, Las Vegas, USA
– Association for Visual Arts [AVA], Cape Town, South Africa (s)
– Gallery ACHT P!
PRAVATO, Bonn, Germany (s), (also in 1998)
– Gallery OTT, Düsseldorf, Germany (s),(also in 2003, 2002 and 1997)

2005 – “back to the roots”, Goethe Institute Lagos, Nigeria (s)
– International Art Fair “Palm Beach Contemporary“, Palm Beach, Florida, USA
– Kunsttage Rhein-Erft, Brauweiler Abbey, Germany (also in 2002 and 2001)

2004 – “The Internationals”, Millenia Gallery, Orlando, Florida, USA
– Kunstverein Erftstadt, Altes Stadthaus Erftstadt-Lechenich, Germany (s)
Collection National Museum Tivat, Montenegro
– ”Second Independent International Biennial of Graphic in St. Petersburg”, Russia
– “Holland Art Fair“, The Hague, The Netherlands

2003 – international art fair „LINEART“ (Gallery DE OPSTEKER), Ghent, Belgium
– „Far from the bush“, GALLERY DE OPSTEKER, Amsterdam and Durgerdam, The Netherlands (s)
– „Artists from Germany“, CHURCH STREET GALLERY, Orlando, Florida, USA

2001 – CHURCH STREET GALLERY, Orlando, Florida, USA (s)
– Landtag Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Germany

2000 – outdoor sculpture project SKULPTURENMEILE STEINHAGEN, Steinhagen, Germany
– UNESCO Headquarters, Paris, France

1999 – Koelner Bank (two artists), Cologne, Germany (s)
– Jakobskirche (Church of St Jacob), European Art Capital 1999 WEIMAR, Germany
– Dr. Georg Haar Foundation, European Art Capital 1999 WEIMAR, Germany

1998 – project „ConverArt“, BICC (Bonn International Center for Conversion)
– Westfälisches Landesmuseum Münster, Germany
– „art multiple“, Düsseldorf, Germany
– GALLERY XENIOS, Frankfurt/Main, Germany (s)

1993 – Hedwig and Robert Samuel Foundation, Düsseldorf, Germany

art sponsorship awards(selection)

2007 – ADLER-Award 2007, categorie fine art (1st prize)

1997 – Alpirsbacher Gallery „Das schoene neue Bild“, Alpirsbach, Germany

1996 – „Art Collection“ of Siemens AG in co-operation with Dresdner Bank AG and Rochus Club,
Düsseldorf, Germany (1
st prize)
– „Kö-Galerie“, Düsseldorf, Germany
– art award „Stella Musical AG“ to mark the premiere of the musical „Les Misérables“,
Duisburg, Germany (1
st prize)

 

TARGET

TARGET     200 x 300 cm, Acryl auf Leinwand – 2012

 

 

Kurztext:

Chidi Kwubiri ist Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf und Meisterschüler von A.R. Penck. Er lebt und arbeitet vor den Toren von Köln, saugt sich aber regelmäßig in seiner Heimat Nigeria voll mit Energie und Inspirationen für seine Arbeiten.

 

Kwubiri‘s Markenzeichen ist seine furiose Dripping-Technik, bei der aus wild übereinander gesprengten und ineinander verschwimmenden Farbschichten geheimnisvolle Figuren hervortreten, die teilweise mit fast photorealistischen Details herausgearbeitet werden. Seine oft überdimensionalen Arbeiten finden sich weltweit in Sammlungen namhafter Privatsammler oder Organisationen und seine Bilder werden in großen Kunstauktionen in New York und Lagos gehandelt – nicht selten zu fünfstelligen Preisen.

Neben seinem Engagement für den Künstlernachwuchs an nigerianischen Kunsthochschulen, für die er gemeinsam mit dem Goethe-Institut Workshops in Nigeria und Stipendien in Deutschland organisiert hat, setzt er sich seit Jahren für humanitäre Kunstprojekte ein. So hat Chidi Kwubiri in seiner Heimat seinen hohen Bekanntheitsgrad als bildender Künstler genutzt, um zusammen mit anderen bekannten Künstlern wie dem Kölner Musiker Ade Bantu mit beachtlicher Medienaufmerksamkeit zur öffentlichen Ächtung körperlicher Züchtigung an Nigerianischen Schulen aufzurufen. Und seit langem engagiert er sich – schon mehrfach zusammen mit dem Bonn International Center for Conversion – für Projekte, die sich mit der globalen Herausforderung der Konversion von Waffen und Rüstungsgütern beschäftigen.

In diesem Kontext ist auch Kwubiri‘s aktuelle Arbeit „target“ zu verstehen – ein Krieger mit gespanntem Bogen und einem gespitzen Pinsel als Pfeil – eine subtile Aufforderung, menschliche Energie in kreative statt in destruktive Prozesse zu lenken. Das Zusammenspiel von perfekt angelegtem Pinselstrich und wild gedripptem Background ist charakteristisch für Chidi Kwubiris einzigartigen Stil als afro-deutscher Künstler, der sich selbstsicher und unverkrampft im hiesigen künstlerischen Sprachraum bewegt, ohne die mystische Ausdruckskraft seiner afrikanischen Wurzeln ungenutz zu lassen.

Als vermeintliches „Abfall“-Produkt und in Kontrast zu seinen künstlerisch aufwändigen Leinwandarbeiten fällt Konversion im Künstleralltag bei Chidi Kwubiri zuweilen aber auch viel konkreter aus: farbenübersäte Atelierschuhe oder Arbeitshosen mutieren zu afrikanischen Gestalten und zum Farbenmischen benutzte Snackschachteln oder Joghurtbecher erscheinen als Andeutung farbenprächtiger Gewänder oder geheimnisvoller Masken. Konversion im Sinne von Umdeutung funktioniert dann auch so als Impuls, die Welt mit anderen Augen zu sehen …

Pressemitteilung

17.02.2013 – 28.02.2013     Vernissage: Feb. 17. 2013, 15:00 Uhr

PETER GERHARD STEGER (1952 – 2012)
 
Eine posthume Werkschau in der Galerie am Brüsseler Platz
 
Immer wieder schreibt er mit dem blauen Kugelschreiber seinen Namen,
häufig unterstreicht er diesen mit einem dicken, entschlossenen Strich.
So, als wollte er trotzig sagen: „Ja, mich gibt es, schaut her, ich bin
Peter Gerhard Steger“: Ex-DDR, Rolling Stones, München, Amon Düül,
Köln, Informationen über seine Befindlichkeit, Politikernamen, persönliche
Statements zum Weltgeschehen. Später schreibt er auch über seine starke
Medikation gegen das Zungen-Boden-Karzinom. Der Zettelnachlass von
„Piet“ ist weniger Tagebuch, als Skizzensammlung, weniger intellektuelles
Kompendium als vielmehr das Ergebnis eines ungewöhnlich fleißigen
Chronisten – von einem, der mitten unter uns gelebt hat. Als „Piet“ aus dem
Belgischen Viertel in Köln am 03. August 2012 verstirbt, hinterlässt er nicht
nur die offenen Beerdigungskosten, sondern auch noch eine große Plastiktüte
mit seinen letzten Aufzeichnungen. 
 
Wie durch eine Fügung wird diese dem Künstler, Thomas Otto Schneider,
zugespielt. Dieser kannte Steger vom Sehen und gab ihm ab und zu einen Euro,
um den er nicht gebettelt hatte. „Unser Kontakt drehte sich im Grunde nur um
einen Blickkontakt, denn er sprach nie mit mir, erinnert sich Schneider,
Mitbegründer des Kulturprojekts „Art & Amen“ in der Kirche St. Michael,
Buchautor, Filmemacher und Werbetexter aus Köln. „Piet“ war ein eher
verschlossener Mensch und vertraute sich nur wenigen Menschen an“
erinnert sich Schneider, der letztlich aus einem Impuls heraus mit zur
Beerdigung ging. „Wir waren ein kleine Gruppe aus dem Veedel, eine
Grabrednerin und seine Familie.“
 
Durch Schneiders Engagement werden sich nun alle Bewohner des
Belgischen Viertels von ihrem ungewöhnlichen Mitbürger gebührend
verabschieden können: Neben seiner ehemaligen „Platte“ und einen Steinwurf
von seinem Lieblingscafé „Hallmackenreuther“ entfernt, werden ab dem 17.
Februar 2013 zahlreiche seiner beschriebenen Zettel, einige wenige noch
vorhandene Fotos aus Stegers Leben, wie seine letzten Notizen in der
Galerie am Brüsseler Platz ausgestellt. 
 
„Nicht nur ich habe mich immer wieder gefragt, wer das eigentlich wirklich ist,
dieser Piet und was er da immer schreibt. Heute denke ich, dass er uns eine
Menge hätte mitteilen wollen und es einfach nicht aus seiner Welt heraus
geschafft hat“ überlegt Schneider, der wochenlang Stegers Nachlass gesichtet
und mit einigen seiner Angehörigen gesprochen hat. Er erfährt so vieles über
den Mann, der zunächst sowohl eine Lehre als Werkzeugmacher und als
Maschinenbauer absolvierte und dann in jungen Jahren geheiratet hat und
früh Vater wurde. Drogenkonsum und eine Psychose veränderten sein Leben.
In einem Brief von 1976 an seine „Mutti“ beruhigt er sie: „Sie solle sich keine
Sorgen machen, er bekomme schon alles wieder alleine und ohne ihre Hilfe in
den Griff“. Nicht jeder schafft es, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
 
Peter Gerhard Steger war ab und zu Gast in der OASE, im SKM, in verschiedenen
Kölner Einrichtungen – auch das hat er notiert. Er fand sicher auch ein Stück
Heimat im Schreiben selbst, bezeichnete sich selbst als „Art-Penner“, kommentierte
Zeitschriften-Artikel, die ihm – sicher gratis – in die Hände gefallen sind.
„I’m not homosex!“ kritzelt er über einen Artikel, in dem es um die Toleranz von
US-Präsident Obama gegenüber schwulen Ehepaaren geht.
 
Peter Gerhard Steger, Art-Penner, Nachbar, Bewohner, Kölner Bürger, Wohnungsloser,
psychisch Kranker, Vater, Ex-Junkie, Bruder, Sohn – vielleicht kann eine solche
behutsam kuratierte Werkschau helfen, die Schubladen zu schließen, die allzu oft geöffnet
werden, wenn einer, wie „Piet“ ein wenig anders lebt als es das Gros der Kölner es eben tut. 
 
Christina Bacher